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40. Tag 2017

40. Tag

Es ist jedes Mal unwahrscheinlich, wenn ich bedenke, dass dies schon der 40. Tag ist. Einerseits ist es echter Urlaub, so lange von zu Hause weg zu sein. Man kann viele Probleme hinter sich lassen und echt herunterfahren. Andererseits beginnt man jetzt erst die Region zu verstehen und in die kleinen Geheimnisse einzudringen. Jetzt könnte ich auch länger hierbleiben, doch es geht nicht.

Wiederwillig stehe ich auf. Welche Gegenstände können in den Koffer und welche Gegenstände müssen „am Mann“ bleiben? Immerhin muss man schon damit rechnen, dass der Koffer weit später ankommt als ich. Duschen, Frühstück, Packen. Zum Glück habe ich gleich bei meiner Ankunft die Position im Navigator gespeichert. Also geht die Anfahrt problemlos von statten. Statt um 10.00Uhr bin ich kurz vor 11 da. Zwei Deutsche warten darauf, dass ihre Maschine ausgelöst wird. Gelegenheit sich die Zeit mit einem Schwätzchen zu vertreiben. Sie stammen aus Berlin und wollen mit den Motorrädern in den Iran. Letztendlich ist es eine win-win-Situation. Sie lösen mit zwei Personen drei Motorräder aus, weil der Kumpel erst morgen kommt. Ich weiß nach dem Verladen nicht, was ich machen soll. Also helfe ich bei der Überführung des dritten Motorrades (zufällig der gleiche Typ wie meine!) in das Hotel. Wir gehen gemeinsam essen und hängen ab. Es ist angenehm. Sehr schnell ist es 18.00 Uhr.

Mein Taxi kämpft sich durch den Feierabendverkehr. Nach nahezu einer Stunde erreiche ich das deutsche Hotel. Ich sitze und mache meinen Schreibkram während am Nebentisch der deutsche (Lehrer-)Stammtisch tagt. Es gibt eine deutsche Schule, die erst kürzlich ein neues Gebäude bezogen hat. Es gibt deutsche Lehrer, die an georgischen Schulen unterrichten. Insgesamt eine gute fruchtbare Zusammenarbeit. An diesem Abend sind 8 junge Leute anwesend. Im Garten sitzen mindestens 4 weitere Deutsche! Ich höre ein wenig mit und versuche Informationen zu ergattern.

Fotos mache ich an diesem Tag keine.

38. Tag 2017

38. Tag

Es geht doch! Zum Frühstück gibt es Omlet und Blinies, das sind kleine Eierpfannkuchen. Die Blinies esse ich am liebsten mit saurer Sahne die hier wegen der vielen Russen allgegenwärtig ist. Auf Nachfrage hätte ich auch meine geliebte Haferschleimsuppe bekommen. Die kleine 5oder 6-jährige am Nachbartisch darf sie mit Genuss verzehren, denn extra für sie wurde schnell ein Portion gekocht.

Etwas unentschlossen starte ich den heutigen Tag. Es soll ein Stadtbummel mit dem Schwerpunkt auf die Parkanlagen werden. Natürlich ist das bei den vielen Autos nicht einfach, die Straßen zu überqueren, aber für alles gibt es eine Lösung. Manchmal ist eine Brücke in der Nähe und manchmal eine Unterführung. Bei den Unterführungen ist man nie alleine, denn dieser Raum gehört den Händlern. Das hat den Vorteil, dass es hier keinen Taschendiebstal oder Bettelei gibt. Der Nachteil hingegen ist, dass alles ein wenig anders ist als bei uns (eventuell!).

Die Parkanlagen sind in einem relativ guten Zustand. Im Gegensatz zu vielen Bürgersteigen findet man selten Schlaglöcher oder kaputte Wege. Gepflegte Blumenrabatte gibt es nicht, das wäre bei dieser Hitze zu aufwendig. Aber der Rasen wird überwiegend gewässert und ist grün. Aber es gibt auch Ecken, wo alles vertrocknet ist. Es ist angenehm sich hier aufzuhalten, dabei sind es heute nur 36 Grad im Schatten, Maximum! Sehr schnell kann man sich an die kleinen Geschäfte gewöhnen die Brot oder Kuchen verkaufen oder andere „Tante Emma Läden“. Aber irgendwo versteckt, ohne dass man es vermuten könnte, gibt es auch Caffees mit Torten und allerlei leckerem Kuchen. Aber es gibt auch ganze Straßenzüge, da ist garnichts!

Ich erlebe eine der netten Episoden: In einer Kirche trete ich ein und verhalte mich eine Minute ruhig (Wolfgang und Renate kennen das!). Erst danach beginne ich die Kirche zu mustern und begrüße per Kopfnicken die Aufsichten. Danach starte ich meinen Rundgang und je nach örtlichen Gegebenheiten mache ich Fotos oder auch nicht. Ein Priester hat das bemerkt, während er eine Frau umfangreich segnet. Nach seiner Zeremonie hebe ich halb den Fotoapparat. Obwohl fotografieren verboten ist, nickt er und ich mache meine Fotos!

Eine andere Episode erlebe ich auf dem Blumenmarkt. Es werden Blumensträuße gebunden: mit Tesa-Film!!! Man nimmt etwas Zeitungspaper, weil man die Blumen nicht richtig auseinander halten kann, und wickelt Tesa um die Bilumen (in der Mitte Zeitung) drum, dann noch ein paar Blumen und Tesa, noch ein paar Blumen und Tesa usw. Irgendwann hat man einen Blumenstrauß, der nicht zu gebrauchen ist aber schön aussieht!

Das Museum Georgiens ist laut meinem Reiseführer ein Muss. Für 7 Lari Eintritt (2 Euro) genieße ich einige Stunden in vollklimatisierten Räumen. Zwei Abteilungen haben es mir besonders angetan. Zum einen natürlich das Gold von Colchis. Bei der Ausstellung stellt sich heraus, dass weniger das Gold, welches hier vorkommt, im Mittelpunkt steht, als vielmehr die Drehscheibe zwischen Orient und Okzident, die hier seit der vorgriechischen Zeit besteht. Die zweite Abteilung, die mir sehr nahe geht, ist die Besetzung durch die Russen. Alles ist darauf ausgerichtet einen Hass auf die Russen zu entwickeln. Ich bin immer wieder erstaunt, wie gelassen wir als Deutsche mit diesem Teil der Geschichte umgehen. Der Hass auf die Russen, den ich von den baltischen Ländern kenne, wird hier nochmal gesteigert und findet seinen Höhepunkt in Abchasien und Süd-Ossetien. Stalin kommt hier in der Ausstellung wenig vor und sein Vertreter vor Ort Ordschonikidse bekommt den Mythos eines skrupellosen Massenmörders. Höhepunkt ist natürlich die persönliche Anordnung von Putin und Medwejew (Demokratie wird hier anders verstanden!) die Regionen Abchasien und Süd-Ossetien zu besetzen und sie dem russischen Territorium einzuverleiben.

Auf dieser Ebene gestaltet sich auch das abendliche Männergespräch. Hochinteressant ist es für mich, wie Armenier und Ukrainer (aber alle Georgier) sich hier am Tisch verständigen. Es wird mäßig getrunken und viel durcheinander gegessen. Kakatschka heißt hier der Grappa! Er wird aus den vergärten Trauben gebrannt, aus dem Traubensaft macht man Wein! Kakatschka nennen auch die Armenier ihren Brand aus Pfirsichen oder anderen Früchten. Die Herstellung ist je nach Haushalt unterschiedlich und geheim! Die Diskussionen sind vielschichtig. Viele haben Kontakte bzw. sind häufig in anderen Ländern. Aber Georgien, „Meine Heimat ist meine Ikone und die ganze Welt ist ihr Ikonenschrein. Glänzendes Berg- und Tiefland teilen wir mit Gott." So heißt es in der georgischen Nationalhymne. Da gefallen mir die Worte des letzen Patriarchen Ambrosius von Georgien besser: „Meine Seele gehört Gott, mein Herz meinem Land. Sie, meine Henker, mögen mit meinem Körper tun, was sie wollen.

Während ersteres mehr passiv ist so ist aus meiner Sicht das zweite Zitat wesentlich aktiver, was nicht nur diesem Lande guttun würde!

39. Tag 2017

39. Tag

Na ja, es scheint ja heute alles zu klappen. Nach dem Frühstück geht es zum botanischen Garten. Zu so früher Stunde (10.00 Uhr morgens) ist die Fußgängerzone nahezu menschenleer. Nur zwei Touristengruppen haben eine Stadtführung zu Fuß gebucht, natürlich Deutsche! Ich erreiche den Eingang mit etwas Mühe. Zwar bin ich hier mehrmals gewesen und habe geahnt, dass es hier weitergehen müsste, habe aber nicht nachgeforscht.

Der nationale botanische Garten befindet sich unterhalb der Festung, auf der dem Fluss abgewandten Seite. Einer langen Tradition folgend war er ursprünglich der Lustgarten der Burgherren. Ein kleiner Fluss bildet die Achse. Im 18. Und 19.Jahrhundert wurde er schrittweise als botanischer Garten umgebaut. Für den Eintritt von nicht einmal einem Euro könnte man nicht viel erwarten, aber es kommt anders. Gut angelegte Rabatte, gut gepflegte Bäume und überall Arbeiter, die die Anlagen in Ordnung halten. Themengärten finden sich genauso wie Gewächshäuser für tropische Pflanzen oder  Heilkräuter. Doch, es lohnt sich hier einige Stunden zu verbringen. Wer möchte kann mit der Seilbahn von der Stadt aus zur Festung fahren und dann an einem Seil auf der anderen Seite in den botanischen Garten sausen. Einige junge Leute nehmen diesen Spaß gerne wahr!

Ich bin mit Jörg verabredet. Es hat mich sehr gereizt, diesen Mann kennenzulernen. Im Gespräch erfahre ich, dass dieses es nicht sein erster Trip ist. Bereits einmal ist er 4 Jahre durch die Welt gezogen. Nach einem kurzen Intermezzo in Deutschland zog es ihn wieder hinaus. Seit 7 Jahren ist er nun wieder unterwegs und beabsichtigt demnächst nach Deutschland zu kommen. Mit seinem Einkommen von 300 Euro monatlich, das er aus einer Opferentschädigungsrente bezieht, und einigen Gelegenheitsarbeiten finanziert er seinen Lebensunterhalt. Wir sind gleichaltrig und haben in Schwerin gelebt. Sehr lange und intensiv quatschen wir in einem Parkcafe. Irgendwann verabschiede ich mich um nicht zu versacken. Es haben sich zwei Ossis getroffen, die raus wollten. Jeder hat es auf irgendeine Weise geschafft. Aber jeder hat schwere Kompromisse machen müssen. Alles Gute ist nie beisammen!

Eigentlich sollte am Abend noch ein Meeting stattfinden. Aber beide Seiten schienen nicht das nötige Interesse zu haben. Also sitze ich eine Zeitlang unschlüssig im Hotel herum. Für morgen ist alles geregelt, das ist die positive Nachricht. Als Berufspessimist füge ich hinzu: mal sehen, welche Probleme sich ergeben werden!

37. Tag 2017

37. Tag

Ich habe in diesem fensterlosen Raum gut geschlafen. War doch nicht so schlimm wie ich es befürchtet hatte. Das Frühstück ist einfach: Eine Sorte Wurst, der salzige Käse, gekochte Eier, Gurke und Tomate. Ansonsten Pulverkaffeee, Kuchen, saure Sahne und „russisches Brot“ (das ist angebratenes Weißbrot). Ich erreiche pünktlich die Zusteigestelle. Der Reiseleiter ist gut drauf. Der vollklimatisierte Mercedes-Minibus hat 18 nummerierte Plätze, die nach der letzten Zusteigestelle auch alle besetzt sind. 2/3 Russen und der Rest englisch-sprechend (wozu ich mich auch einfach zähle).

Die erste Station ist nach 30 km eine Weinprobe. Na gut, als Wein kann man das verkaufen. Überhaupt hat Georgien ein Problem. Kellermeister gibt es nicht, weil man das nicht studieren kann. Und so mixt jeder selbst seinen Kram und wenn er besonders bitter schmeckt ist es eben eine Delikatesse! Es wird bemängelt, dass georgische Weine in Europa nicht bekannt sind. Dass man aber nicht in der Lage ist die gewünschten Mengen in gleichbleibender Qualität zu liefern, weil hier alles Familienbetriebe sind, wird verschwiegen. Na gut, die Preise sind in Ordnung: ein Wein der im Geschäft 10 Lari (3 Euro) kostet wird hier für 2,50 Lari verkauft, wenn man sein eigenes Gefäß mitbringt.

Es geht nach Bodbo. Nach der Überlieferung wurde das Kloster dort errichtet, wo die heilige Nino begraben wurde. Der Überlieferung zufolge brachte Nino das Christentum nach Georgien und wird daher als Apostelgleiche betrachtet und mit dem Titel "Erleuchterin Georgiens" geehrt. Von dem Bau aus dem 4. Jahrhundert ist Nichts mehr zu sehen. Die heutige Kapelle ist im 17. Und im 19. Jahrhundert modifiziert worden. Führende russische Künstler der damaligen Zeit haben die Fresken im griechischen Stil gemalt. Auch der Glockenturm, der hier üblicherweise abseits steht, ist unverkennbar nicht von hier. All das genügt, dass man gleich daneben eine neue Kapelle baut, die auch schon fast fertig ist. Natürlich größer und schöner, denn mit den Russen mag man hier nicht in Verbindung gebracht werden. Religiöse Erneuerung habe ich das gestern genannt.

Nur rund 2 km entfernt vom Bodbe Kloster liegt die beschauliche Kleinstadt Sighnaghi, in der zahlreiche Gebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert sehen, die mit viel Liebe zum Detail restauriert wurden. Hauptstraße, Stadtmauer, Mittagessen im Ethno-Park. Von dem bekommen wir zwar nicht viel mit, aber der Ausblick von der Terrasse des Restaurants ist sehr schön. Hauptattraktion in dieser Stadt ist es, mit dem Quad, Buggi oder Motorrad zu fahren. Um das nutzen zu können bekommen wir 45 Minuten Freizeit. Die Rückfahrt ist eher schläfrig. Die Russinnen „baggern“ mit dem Reiseführer. Pünktlich um 18.00 sind wir wieder zurück.

Es ist Feiertag heute. Bereits um 9.00 waren die Kirchen so voll, dass die Leute draußen stehen mussten. Es ist der höchste Feiertag hierzulande – Maria Himmelfahrt. Die Armenische Kirche begeht diesen Tag bereits 2 Wochen eher und läutet damit die Weinlese ein. Hierzulande wird an allen Ecken geschlachtet, denn es ist immer noch üblich Tieropfer zu bringen. Besonders in den Bergen ist dieser Brauch weit verbreitet. Deshalb startet Rainer Kaufmann wenn möglich seine Touren immer mit diesem Programmpunkt: Marienwallfahrt zum Kasbeck! Auch als ich am Abend noch bei einer Kirche vorbeigehe ist die Messe im vollen Gange und die Kirche ist gut zur Hälfte gefüllt. Hinter der Ikonenwand, die deutlich kleiner ist als in der russischen Kirche und auch nur eine Reihe hat, zelebrieren die Priester die Messe und singen die Liturgie teilweise dreistimmig. Obwohl ich sonst sehr ergriffen bin hält es mich heute nicht lange in der Messe. Die Luft ist stickig, von den vielen Leuten, die heute hier teilweise über Stunden der Messe gelauscht haben. Sitzplätze gibt es nur wenige, man muss die ganze Zeit stehen. Außerdem ist die Luft voll von dem Weihrauchduft, der für mich völlig ungewohnt ist. Also lasse ich den Tag im Hotel ruhig ausklingen. Gute Nachrichten erreichen mich: morgen Abend bin ich eingeladen, übermorgen auch. Und auch das Verladen am Donnerstag hat Slava bestätigt. Ideal wäre noch ein längst überfälliger Kontakt nach Hause.

   

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