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32. Tag 2017

32. Tag

Als wenn der Sturm mich zurückdrängen möchte. Mit über 50 km/h weht er in das Terek-Tal mir entgegen. Ich bin super ausgeruht und erholt. Endlich wieder Asphalt unter den Rädern, erträgliche Temperaturen und selbst bestimmen wohin es geht. Nein, es geht wieder nach Süden. Die Erholung bei Eduard tat Not und war hilfreich. Aber ich muss wieder los.

Ich habe mir vorgenommen, sehr viele Fotostopp zu machen. In Kasbegi (der Ort heisst heute anders) gelingen mir schöne Fotos vom legendären Berg Kasbeck. Zwar sind seine Gipfel in den Wolken eingehüllt, aber man kann nicht alles haben. Sicher, am Morgen hätte die Sonne noch besser gestanden als jetzt am frühen Nachmittag, aber was soll´s. Prometheus ist sowieso schon lange weg. Auf dem Kreuzpass, der höchsten Stelle in 2400 m Höhe, soll es einen deutschen Friedhof geben. Er wurde 1999 vom Volksbund, auch mit meinem Geld, wiederhergestellt. Insgesamt 200 Kriegsgefangene ruhen hier, die beim Ausbau dieser Straße ums Leben gekommen sind. Die Anlage ist nicht sehr groß. Obwohl sie sich unmittelbar am Gipfelpunkt befindet, nimmt keiner von den Russen oder Georgiern sie wahr. Zentrales Mahnmal ist ein 3,5 Meter hohes Basaltnatursteinkreuz. Auf einer Steintafel steht in Georgisch und Deutsch: „Hier ruhen Kriegsgefangene, Opfer des zweiten Weltkrieges“. Neutraler geht es nun wirklich nicht! Insgesamt befinden sich in Georgien 17 solcher Friedhöfe.

Weitaus beliebter ist die Besichtigung eines spektakulären Tales in der Nähe. Man kann Paragliding machen. Natürlich wird das von den auch hier zahlreichen verschleierten Besucherinnen abgelehnt und die männlichen Begleiter erzählen lieber von irgendwelchen Heldentaten, aber auch heute sind 4 oder 5 Personen in der Luft. Weiter unten steht das Denkmal der Freundschaft, ein monumentaler Rundbau ohne Dach mit Fresken (oder Kacheln?) aus sowjetischer Zeit. Man muss den Besuchern Attraktionen bieten und so wird dieses Denkmal restauriert. Deshalb ist es momentan nicht zu besichtigen. Hoffentlich geben die Händler einen Beitrag hierzu, denn sie scheinen nicht schlecht mit den Wollsocken, Fellmützen und anderen Sachen zuverdienen. Ihre Buden stehen so dicht am Straßenrand, dass die parkenden Fahrzeuge die Straße blockieren. Die schweren LKW können diese Stelle nur im Wechsel passieren.

In Ananuri hat man das Gefühl, aus dem Gebirge heraus zu sein. Einer der lokalen Fürsten hat sich hier an einem Geländevorsprung eine Burg gebaut und hier vom 11. bis 16. Jahrhundert gelebt. Heute ist alles zerfallen, aber zwei Kirchen haben sich auf dem Gelände gehalten. Auch von den Höfen ringsum ist das meiste zerfallen, außer einem Gebäude, welches heute Gaststätte ist. Der Weg zur Besichtigung der Kirche ist sehr uneben und zuletzt wurde vor 5 Jahren irgendwo eine Schaufel Beton hingeworfen. Die eng stehenden Buden der Souvenierverkäufer sorgen dafür, dass man keinen anderen Weg nehmen kann.    

 Ich erreiche meine Unterkunft gegen 18.00 Uhr und muss suchen. Sie befindet sich in einer Fußgängerzone direkt neben der alten Festung. Für 20 Euro nehme ich den Umstand in Kauf, dass sich die Nasszelle über einen Gang erreichen lässt. Das Abendbrot im benachbarten Lokal ist mäßig. Erwartet hatte ich Trut(hahn) und bekomme Fisch. Der Reis ist lauwarm. Die jungen Leute müssen noch lernen, dass zu einem Lokal mehr gehört als ein paar Tische, Stühle und eine Mikrowelle. Nur, wer soll es ihnen zeigen?

   

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