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33. Tag 2017

33. Tag

Der Ort Mtskheta hat außer seiner Weltkulturerbe-Kirche nicht viel zu bieten. Dabei war dies einmal die Hauptstad nicht nur von Georgien, sondern auch der Seidenstraße von Baku bis an das Schwarze Meer. Heute leben hier nicht einmal 8000 Einwohner. Das Kulturhaus ist leer und zerfällt und die Tagestouristen die von Tiblissi in nicht einmal einer Stunde hier sind, lassen nicht so viel Geld hier, das alle Bürger der Stadt davon leben können. Taxis gibt es mehr als in anderen Städten und die Zahl der geschlossenen und der geöffneten Cafe hält sich die Waage. Rings um die Kirche hat man versucht eine Athmosphäre zu schaffen, die ich schwer beschreiben kann. Mittelalterlich ist diese Budenstadt nicht, aber reiner Touristen-Nepp auch nicht. Man bemüht sich schon um Vielfalt und lokalem Kolorit.

Die mittelalterliche Swetizchoweli-Kathedrale („Lebensspendende Säule“) ist die Hauptattraktion. Die Kirche mit Emporen und einer hohen Kuppel auf vier wuchtigen Pfeilern wurde überwiegend 1010 bis 1029 erbaut. An ihrer Stelle stand bereits im 4. Jahrhundert eine Kirche. Sie war die erste Kirche Georgiens. Das Kirchengebäude wurde seit dem 4. Jahrhundert mehrfach zerstört und wieder aufgebaut, vor allem nach den Invasionen der Araber, der Perser und des mongolischen Eroberers Timur. Auch Erdbeben setzten dem Bauwerk zu. Die heutige Kathedrale wurde im 11. Jahrhundert auf Betreiben des georgischen Katholikos Melkisedek errichtet. Ihr oberstes Stockwerk diente militärischen Zwecken und war mit Zinnen bewehrt. Davon zeugen noch Fluchtwege in einigen Säulen, Brunnen und Vorratsbehälter. Die Kathedrale wurde aus gelbem Sandstein erbaut. Auch rote und grünliche Steine fanden bei den zahlreichen Rekonstruktionen und Erweiterungen Verwendung. Die Innenwände der Kathedrale sind mit Fresken bemalt, die allerdings heute nicht mehr in ihrem ursprünglichen Zustand sind. 1830 wurden sämtliche Fresken anlässlich eines Besuchs des russischen Zaren Nikolaus I. übertüncht. Die Ikonen an den Wänden sind keine Originale, sondern Kopien. Die Originale hängen in den Staatlichen Museen.

Ebenfalls zum Weltkulturerbe zählt das noch aktive Nonnenkloster Samtawro. Eine recht große Kreuzkuppelkirche aus dem 11. Jahrhundert sowie eine kleine Kuppelkirche aus dem 4. Jahrhundert befinden sich auf dem Gelände. Die Nonnen sind allgegenwärtig und alles ist sehr gepflegt. Allerdings ist die Verehrung an diesem Ort so intensiv, wie ich es selten erlebt habe.  Hier befindet sich das Grab des heiligen Gabriel, zu dessen Verehrung zahlreiche Pilger kommen. Ebenfalls wächst hier der legendäre Brombeerstrauch, an dem die heilige Nino den Beistand Christus zur Christianisierung erfleht haben soll. Beide Kirchen liegen fußläufig 20 Minuten auseinander.

Nette Episode am Rande: Beim Rückweg am frühen Nachmittag werde ich mit: „Hallo Egon!“ angesprochen. Christian und Steffi, die jungen Leute aus Kutaisi, mit denen ich einen Tagesausflug absolvierte, sind auch hier. Die Welt ist ein Dorf! Überhaupt habe ich das Gefühl, dass ich endlich Urlaub habe.

Auch mein Besuch der kleinen Antioch-Kapelle ist für uns verwöhnte Mitteleuropäer nicht der Knaller. Ein wenig schief und krumm steht diese kleine Kirche aus dem 7. Jahrhundert hier herum. Wohl gemerkt: Keine Ruinen sondern ein funktionsfähiges Gebäude! Es wird von einigen Nonnen betreut, die in einem neu errichteten angrenzenden Gebäude leben. Seit 1500 Jahren steht diese Kirche hier so rum. Der Dom in Trier soll älter sein, ob er aber von Deutschen gebaut wurde ist fraglich. Zu der Zeit war Trier Bestandteil des römischen Reiches.

Von der Jvari-Kirche mache ich nur Fotos aus der Ferne. Ich könnte ja morgen da vorbei fahren. Aber die wievielte Kirche wird es dann sein, die ich in diesem Urlaub besichtige?

Ich treffe noch auf deutsche Backpacker, die hier gestrandet sind. Schnell sind wir uns einig, dass wir uns hier in einem sicheren und europäisch sehr nah stehenden Land befinden. Es bietet außerordentlich viele Vorzüge und sollte auf der to-do-Liste jedes Travellers stehen. Nach dem Austauschen von Tipps und Informationen verabschieden wir uns.

 

   

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