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34. Tag 2017

34. Tag

„Im Dorf Assureti hat sich der schwäbische Dorfcharakter am besten erhalten“ Na wenn das keine Einladung ist. Immerhin liegt dieses Dorf nur 1,5 Stunden von mir entfernt und ich habe Zeit. Nach Georgien wanderten zwischen 1817 und 1819 2.629 schwäbische radikale Pietisten ein und gründeten hier acht Kolonien. In der Umgangssprache hießen sie bald die „Schwabendörfer“. 72 Familien gründeten Elisabetthal, das heutige Assureti, aus dem die Ehefrau des großen Diktators Stalin stammte. Doch ach, was ist aus dem Dorf geworden. Sicher die Stalinallee gibt es immer noch, nur unter einem anderen Namen. Mit europäischer Hilfe wurde eine Schautafel aufgestellt auf der die Ortsgeschichte beschrieben steht. Die Häuser sind nicht wiederzuerkennen. Nur an ganz wenigen sieht man ein wenig Fachwerk, das hier total unüblich ist. Die Dorfkirche war zwischenzeitlich ein Kulturhaus. Im Kirchenraum liegt Müll und die umherstreuenden Kühe haben ihre Hinterlassenschaft hier gelassen. Der Glockenturm ist abgerissen und trutzig steht am Eingang des Fragmentes: „1871 den 29. August“! Die Straße wird neu gebaut, nur so bauen die Georgier hier nicht. Es könnte deutsche Hilfe sein, die hier wenigstens für eine halbwegs ordentliche Straße sorgt, auch wenn sie demnächst durch Unachtsamkeit wieder so wie üblich aussieht. Durch die Baumaßnahmen st mir der Weg zum Badehaus am Ende der Straße versperrt. Nein, vom Deutschtum kann ich außer der Tafel, die  gegenüber der sillgelegten Kneipe und vor dem verlassenen Dorfsowjetsteht, nichts erkennen. Dabei war das hier bis 1941 das Zentrum des Kartoffelanbaues in Georgien. Danach mussten alle Deutschen „auf ewige Zeiten“ für den Überfall Hitlerdeutschlands büßen.

Bolnissi, Katherinenfeld, Luxemburg sind drei Namen für den gleichen Ort. Bereits einmal war ich kurz hier. Nach so langer Zeit im Lande weiß ich inzwischen, worauf ich zu achten habe. Es fällt mir im Gegensatz zu meinem ersten Besuch leicht, das alte deutsche Dorf zu finden. Auch die Kirche finde ich auf Anhieb. Sie wurde in eine Turnhalle umgebaut. Der Altarraum und der Raum unter der Empore wurde einfach alles zugemauert. Die Kommunisten waren nicht einmal in der Lage, eine Verzahnung zum alten Mauerwerk herzustellen. Wahrscheinlich wussten sie, dass ihr System nicht von langer Dauer sein würde. Von den deutlich über 400 Häusern, die nach der Inhaftierung der Deutschen 1941 leer standen, sind viele bewohnt. Unverkennbar ist an einigen seit 1941 keine Reparatur ausgeführt worden. Dabei sind die Schwaben für ihre Knauserigkeit weltberühmt, aber ihre Häuser stehen immer noch und werden bewohnt. Andererseits wussten Sie, dass erst ein verarbeitetes Produkt Gewinn bringt. So entwickelte sich dieser Ort zu einer Kreisstadt und einem Zentrum für die Weinproduktion. Mir gelingen alle Foto-Aufnahmen, die ich haben möchte. Beruhigt fahre ich nach Tiblissi.

Natürlich ist das deutsche Hotel etwas teuer. Aber beim Abendbrot führe ich ein kleines Gespräch mit dem Inhaber. Rainer Kaufmann war einer der ersten, die hier vor über 20 Jahren ein Business gründete. Dabei belebte er auch die deutschsprachige Monatszeitung „Kaukasische Post“ wieder. Wie üblich im Ausland, laufen hier viele Fäden zusammen. Mal sehen, was die nächste Zeit bringt.     

 

 

   

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