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35. Tag 2017

35.Tag

Im deutschen Restaurant kann man, total ungewöhnlich für georgische Verhältnisse, bereits ab 8.00 Uhr frühstücken. Auch die ersten deutschen Gäste sind schon da und wir machen noch einen Small-Talk beim Frühstück.  Ich schnappe mir meine Foto-Tasche und los geht es. Das Fahren mit der U-Bahn ist einfach: Man kauft eine Prepaid-Karte und dann wird der Betrag bei jedem Durchschreiten der Schranke abgebucht. Bereits eine Stunde vor der Abfahrt bin ich am Treff. Sofort werde ich als Ausländer erkannt und angesprochen. Ja, ich will zum Gavid Gareja Kloster. Die Zeit vergeht irgendwie, Subway ist um die Ecke.

Im Ford-Transit ist jeder der 20 Plätze besetzt. Weil ich das Geld nicht passend hatte (25 Lari, ca. 10 Euro) werde ich als letzter eingelassen. Die meisten Reisenden sind zu zweit und so ist Wechselgeld knapp. Somit ergattere ich nur einen Notsitz im Gang. Trotzdem bin ich froh darüber. Die Straßenverhältnisse sind nicht besonders gut. Die Hauptstraße ist zwar löcherig aber relativ gut zu befahren. Doch nach 30 km biegen wir ab. Die Teerstraße ist jetzt nicht nur löcherig, sondern hat auch Spurrillen und ist an den Rändern zerfahren. Die letzten 15km  sind reine Schotterpiste. Eine Gruppe Motorradfahrer mit kleinen wendigen Enduro-Maschinen kommt uns entgegen. Ja auch ich hätte für die Anfahrt keine 2,5 Stunden gebraucht, hätte mich dann aber außerordentlich konzentrieren müssen.

Wir werden einfach „abgekippt“ und haben 3 Stunden Zeit. Ein kleiner Zettel von Goggle-Maps, auf dem der Rundweg eingezeichnet ist, ist alles an Beschreibung. Zum Glück haben die 10 hier lebenden Mönche ein paar Wegweiser aufgestellt und so kann man sich halbwegs orientieren. Das Kloster selber ist nur zum Teil zu besichtigen. Über Treppen und Stiegen kann man bis in den unteren Teil dieses Bergklosters steigen. Der Rest ist Privatsphäre der Mönche. Früher war das Kloster auf der anderen Bergseite, die heute zu Armenien gehört. In dieser aufragenden Sandsteinformation hatten die Mönche sich Höhlen gegraben und hier gelebt. Über die Jahrhunderte haben Erosion, Erbeben und mangelnder Nachwuchs dazu geführt, dass diese Stelle aufgegeben wurde. Sicher, es ist schön vor seiner gekühlten Zelle zu sitzen und weit über die Ebene zu blicken und dabei den ganzen Tag von der Sonne verwöhnt zu werden. Aber Toiletten habe ich keine gefunden. Und Wasser muss in dieser trockenen Gegend mühselig im Winter gesammelt werden, damit es den Sommer über reicht.  Weit und breit gibt e in der ganzen Umgebung keine Quelle. Also vertreibt man sich die Zeit, indem man den Sandstein weiter aushöhlt oder seine Zelle bemalt. Einige große Zellen müssen Gemeinschaftsräume gewesen sein und sind mit hervorragenden Fresken ausgemalt. Um aber auf diese Bergseite zu kommen muss ein beschwerlicher Hang erklommen werden. Wege gibt es nicht, man folgt irgendeinem Trampelpfad in die Höhe in der Hoffnung, dass man ankommen wird. Manchmal trifft man irgendeinen Touristen und entlockt ihm die eine oder andere Information. Auch auf der anderen Seite, auf der sich die Grotten befinden, sind die Wege abenteuerlich. Es gibt an den rutschige n Hängen keine Sicherheitsmaßnahmen. Zum ersten Mal komme ich mit meinen Sandalen an die Grenzen des Möglichen. Aber es lohnt sich. Auch wenn ich nicht in jede Grotte gehe und nicht jedes Fresko fotografiere, so benötige ich gut 2,5 Stunden für den Rundgang.

Auf dem Rückweg halten wir noch kurz beim Oasis-Club an. Eine Gruppe polnischer Jugendlicher betreibt in dem urigen Betonklotzbau aus Sowjetzeiten ein Lokal. Frische Farbe und ein vernünftiger Fussboden werten den Baukörper erheblich auf. Einfache lokale Küche, ein Zeltplatz bzw. Stellplätze für Mobile und das eine oder andere Bett in einer Gemeinschaftsunterkunft vervollständigen das Angebot. Man selber schläft in Wohncontainern, die man irgendwie hierher geschafft hat. Eine Bühne für Musikveranstaltungen ist auch dabei. Das Mobiliar besteht, wie es zur Zeit modern ist, aus Holzpaletten. Mit etwas Geschick lässt man die täglichen Busse hier für eine halbe oder eine Stunde halten und die von der Sonne ausgedörrten Touristen können sich erholen. Etwa zeitgleich mit uns hat ein Großraumbus mit Holländern die Tour gemacht und kurz vor uns eingetroffen. Bereits mittags ist uns bei unserem Eintreffen am Kloster ein Bus entgegengekommen. Zumindest heute hat sich das Geschäft gelohnt.

Pünktlich um 20 Uhr bin ich im Hotel. Ich werde schon erwartet. Nette Gesprächspartner und die Anstrengungen des Tages gilt es im Einklang zu bringen. Trotzdem verabschiede ich mich bereits gegen 23.00 Uhr. 

   

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