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Abenteuer 2018-19

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Die Beschwerde die BMW über „Facebook“ landete im Kundenservice-Bereich. Auf die Reaktion, die innerhalb einer Stunde eintreffen sollte, werde ich wahrscheinlich noch im nächsten Jahr warten! Auch sonst war der Tag ein Ruhetag. Hope-on Hope-off für 3 Stunden gefahren. Vieles ist mir schon bekannt, denn ich war nicht nur vor 2 Wochen hier! Das Wetter spielt mit und wir erwischen ausnahmsweise die anderen 50% der Regenwahrscheinlichkeit. Die Issaac-Kathedrale hatte um 16 Uhr schon Kassenschluss, also kein reinkommen. Die Plattform alleine war uns zu doof. Also Bootstour für 2 Stunden! Danach Bummel entlang des Newski-Prospektes zu einem russischen Restaurant (Danke, Mascha!!!!!). So etwas gibt es also auch, und nicht nur am Prospekt, sondern schöner! Für das 3-Gang Menü für 2 Personen bezahlen wir 2000 Rubel, das sind kurz unter 30 Euro.

Morgen ist ein neuer Tag, und er soll interessanter und schöner werden!

Abenteuer 2018-19

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„Nein, wir reparieren ihr Motorrad nicht“ sagt der offizielle Vertreter von BMW-Motorrad in St. Petersburg. Auch meine Mitgliedskarte vom BMW-Club Deutschland überzeugt ihn nicht. Als offizielle Vertretung von BMW-Motorrad erhalten sie Ersatzteile von BMW erst nach 3 Tagen und nicht wie in einer Niederlassung nach 24 Stunden. Die nächste BMW-Niederlassung (eine von 4 in ganz Russland!) befindet sich ca. 40 km weiter in der Nähe des Flughafens am anderen Ende der Stadt! Ja, unsere deutsche Wertarbeit und unsere deutsche Kultur sind ein Exportschlager! Tetzel lässt grüßen!

Erst als ich versichere genügend Zeit zu haben, wird das Motorrad umständlich zur Reparatur angenommen. Es wird mir versichert, dass ich das Motorrad am Sonnabendabend oder Sonntagfrüh in Empfang nehmen kann. Dafür repariert man auch beide Stoßdämpfer der Telegabel. Der BMW-Laden ist so groß wie in Hamburg und genauso umständlich. Ich bin das einzige Motorrad in der Werkstatt, denn bei der BMW-Arbeitsweise besorgt man sich lieber richtige Teile im Fachhandel und repariert sein Motorrad zusammen mit Kumpels im Hinterhof.

Die 300 km von Sortevala haben wir ruhig „abgespult“. Die Strecke war hervorragend, zumindest im ersten Drittel. Danach behinderten kilometerlange Baustellen die flüssige Fahrweise. Hier im Faltengebirge ist Straßenbau kompliziert. Die Arbeiten sind nur im Sommer möglich und der dauert 3-4 Monate, bevor der Dauerfrost einsetzt. Trotzdem gehen die Arbeiten zügiger voran als in Lübeck (Possehl-Brücke!). Dadurch kommen wir erst spät in Schlüsselburg an. Die Festung ist wie erwartet eine kleine Enttäuschung. Das neue Museum für die Belagerung Leningrads an der Ausfallstraße, es wurde letztes Jahr von Putin persönlich eingeweiht, hat bei unserem Eintreffen um 17 Uhr schon Kassenschluss. Die Entscheidung, durch die Häuserschluchten der Vorstadt zum Hotel zu fahren, anstatt eine weitere Sehenswürdigkeit zu besuchen, fällt mir leicht. Denn sonst wäre ich nicht in den Genuss gekommen, den Unterschied zwischen einer BMW-Vertretung und einer BMW-Niederlassung kennen zu lernen.

Abenteuer 2018-19

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Nach dem Frühstück gehen wir zum Pier. Unsere Voucher wurden umgebucht von 11 Uhr auf 13 Uhr. Petrosavodsk ist so groß wie Lübeck und hat genauso wenig zu bieten. Nach einer Stunde sind wir durch. Im Tragflächenboot geht es über den zweitgrößten See Europas. Weit über eine Stunde donnern wir mit 60 km/h über den See, bevor wir Kishi auf einer der 1600 Inseln erreichen. Dieses ehemalige Verwaltungszentrum ist seit dem 20. Jahrhundert ein Freilichtmuseum. Herausragendes Bauwerk ist die 35 m hohe Kirche mit 22 Kuppeln. Sie gilt als das kühnste Bauwerk Russlands das ohne einen Stahlnagel hergestellt wurde und entstand 1714. Die ca. 30 000 Schindeln sind aus Espenholz, denn Espe verzieht sich nicht. Insgesamt gibt es über 60 Bauwerke aus der ganzen Gegend auf dieser Insel. Es ist normaler Betrieb, an diesem Nachmittag legen das vierte und fünfte Kreuzfahrtschiff an diesem Tag mit Touristen an. Dazu pendeln noch 3 Tragflächenboote zwischen Petrosavodsk und Kishi. Nach der Rückfahrt gibt es noch ein kleines Essen, bevor der Tag zu Ende geht. So langsam, mach einer Woche, macht sich die körperliche und geistige Anspannung bemerkbar.

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Wie erwartet regnet es. Statt des Sturmes erhalten wir einen Landregen. Wir fahren noch beim Bischof der karelischen orthodoxen Kirche vorbei, der seine Sommerresidenz in der Straße hat. Im Namen der ACM-Lübeck übergebe ich neben Kleinigkeiten auch einen Satz Akku-betriebener Hörgeräte mit allen Zusatzgeräten. Leider ist Petra bereits zu Beginn der Tour so erschöpft, dass sie den zugereichten Fotoapparat achtlos beiseitelegt und stöhnend nach einer Sitzgelegenheit sucht während ich die Übergabe vornehme.

Wir versuchen die 280 km sehr schnell zu absolvieren, denn nach einer Regen-Fahrt ist es gut die Seele baumeln zu lassen. Diese Nebenstraße ist gut ausgebaut und im Gegensatz zu Deutschland finden die Bauarbeiten auch am Sonntag statt. Der Regen hört langsam auf. Man könnte auf dieser Strecke viele Abstecher machen, aber erstens ist das Wetter nicht schön und zweitens kenne ich das meiste schon. Kultur ist sowieso nur ein Tschaikowski-Konzert in Petersburg (Wer ist Puschkin?). Um 14.30 checken wir ein. Schnell kaufen wir ein wenig ein, denn das Einkaufszentrum hat am Sonntag nur bis 21.00 Uhr geöffnet, und relaxen auf dem Zimmern bis ca. 20 Uhr. Das Internet „hoppelt“ ein wenig, aber auf dem Flur funktioniert es normal.

Entspannt wird noch eine Flasche russischen Champagners auf dem Flur getrunken, bevor es zur Nachtruhe geht. Es sollte ein Tag der Entspannung und Ruhe werden und er ist es geworden.

Abenteuer 2018-19

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„Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!“ Zwar bin ich schon ab 8 Uhr wach und arbeite am PC, aber um kurz nach 10 Uhr sind wir an der Pier. Der Kapitän des Tragflächenbootes schüttelt den Kopf, denn unsere Voucher sind nicht angemeldet. Er nimmt uns trotzdem mit, denn wir sind Ausländer. Anders ergeht es den Berlinern hinter uns, sie haben nicht vorgebucht und werden abgewiesen!

Katja habe ich vor 2 Jahren kennengelernt. Beim Aussteigen rufe ich sie an und eine unscheinbare junge Frau am Pier fummelt im gleichen Moment nach ihrem Handy! Alles klar! Da sie im Sommer 6 Monate auf der Insel arbeitet kann sie jede Frage beantworten. Geologie, Botanik, Kirchengeschichte und viele andere Sachen sind ihr nach 8 Jahren auf der Insel als Buchhalterin und Fremdenführerin für deutsche Touristen geläufig. Es macht einfach nur Spass ihrer leisen und sonoren Stimme mit dem baltischen Akzent zu lauschen. Erst zum Schluss wird sie ein wenig offener und versucht mich auszufragen. Na ja, ich kann immer noch einen „draufsetzen“. Aber es bleibt beim Fazit: Valaam ist Nichts für normale Gottesdienstbesucher. Spiritualität und Kenntnis des orthodoxen Glaubens sind unabdingbare Voraussetzungen für diesen Besuch.

   

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