Facebook Like

   

31. Tag 2017

31. Tag

Auch bei Tiefenentspannung halte ich es nicht jeden Tag bis 10.00 Uhr im Bett aus. Bis die Familie aufgestanden ist verbringe ich die Zeit mit dem checken von emails. Einige waren im Spam gelandet.

Beim Frühstück frage ich, wie der Plan für heute aussieht. Natürlich habe ich auch einen Plan B, aber ich bin nicht Gastgeber. Eduard hat einen Ausflug geplant. Zunächst gelangen wir an die weiteste Stelle, die deutsche Truppen bei Wladikavkas eingenommen haben. Auf ihrem Vorstoß nach dem Erdöl von Baku sind sie hier im Herbst 1942 gestoppt worden. Die Straße, die wir vor 8 Jahren benutzten um in die Bergdörfer zu kommen gibt es nicht mehr. Es ist eine Teerstraße über eine andere Route gebaut worden. Wir fahren nicht weiter in die Berge. Es geht am Kaukasus entlang zu dem ca. 20 km entfernten Ort Beslan. Zum ersten Mal besichtige ich den Friedhof für die über 180 Kinder, die hier am 3. September 2004 bei der Feier zum neuen Schuljahr getötet wurden. Ich sehe Grabstellen von mehreren Familienmitgliedern. Dieser Freiheitskampf tschetschenischer Gegner des Putin-Regimes hat bei allen Bürgern Russlands, mit denen ich Kontakt hatte und habe, keine Freude ausgelöst. Auch wenn der Friedhof ein wenig zu sehr staatlich kontrolliert ist, so ist die Erinnerung an dieses Attentat weitaus gegenwärtiger als Gräueltaten der russischen Armee im angeblichen Kampf gegen den Terrorismus.

Wir fahren noch hierhin und dorthin. Natürlich hat Eduard expandiert in den letzten 8 Jahren. Ein zweiter Garagenkomplex mit Werkstätten wird von ihm kontrolliert. Sein Büro befindet sich im neuen Komplex, ist größer aber bei weitem nicht aufgeräumter. Die letzte Nacht hat er damit verbracht einen 12 Zylinder Motor von BMW zusammen zu bauen. Das Kurbelgehäuse und der Zylinderblock sind fertig, fehlt nur noch der Kopf mit den Ventilen und der Steuerung. Überall stehen Teile von Motoren umher und es ist kaum Platz irgendwo hinzutreten. Heute Nacht wird er ihn fertig bauen. Wo er dann verbaut wird, ist noch ungewiss. Aber die Warteliste ist sehr lang!

Wir fahren durch die Stadt (Das ist die Altstadt) und vorbei an der russischen Kirche (Das ist die orthodoxe Kirche. Wir befinden uns im ältesten Teil der Stadt.). Die Moschee sehe ich von weitem, und dann hört es mit den Sehenswürdigkeiten dieser 300000 Einwohner zählenden Stadt schon auf. Puschkin, Lermantov und Tolstoi weilten kurz in dieser Stadt. Lange ausgehalten hat es keiner. Von den Metallbetrieben für die Rüstung aus den Zeiten der Sowjetunion ist nur das Kulturhaus der Metallurgen übrig geblieben. Das Sportstadion fristet ein klägliches Leben und die Erholungsstätten am Rande des Kaukasus sind nicht einmal zu 25 % ausgelastet. Normales Leben in Russland abseits der Magistralen. Etwa die Hälfte der Bevölkerung der ganzen selbstständigen Republik Ossetien lebt in Wladikwkas. Auch in den anderen 6 eigenständigen Republiken des Kaukasus, die sich der Föderation Russlands angeschlossen haben, sieht es ähnlich aus. Zu gerne möchte man auf russischer Seite auch die Republiken Süd-Ossetien und Abchasien in der Föderation begrüßen, aber diese lassen sich Zeit.

Zum Abend gibt es Bortsch. Lecker! Meine Frau ist immer noch der Meinung, ich würde auf diesem Trip abnehmen. Mal sehen, wie groß die Enttäuschung bei meiner Wiederkehr sein wird.

30. Tag 2017

30. Tag

Entspannen ist angesagt. Ich gleiche mich dem Familien-Rhythmus an und stehe um 10 Uhr auf. Es ist Tiefenentspannung pur! Hätte nie gedacht, dass ich so etwas kann. Wie üblich, gibt es ein opulentes Frühstück mit Hühnchen und allen möglichen Salaten. Auch Wurst und Käse sind dabei. Ich lasse mich treiben. Erst zwei Stunden später steht Eduard auf. Obwohl er Familie hat schläft er überwiegend bei den Eltern. Was soll´s, es ist nicht mein Problem.

In der Stadt bemerke ich zaghafte Fortschritte. Viele neue Geschäfte sind entstanden. Aber ansonsten? Die Werkstatt, die Eduard leitet, setzt Motorblöcke instand und bearbeitet Kurbelwellen. Kolben in Übergröße werden genauso eingepasst und verbaut und Ventile neu eingepasst. Schlosserarbeit vom Feinsten. Einige der ca. 10 Beschäftigten erkenne mich wieder, wir sind nur wenige Jahre im Alter auseinander. Man unterbricht die Arbeit kurz und wie selbstverständlich ist mit einem Mal eine Flasche da und Gläser. Gefragt wird nicht! Die Drehbänke sind noch die gleichen, bestimmt schon 30Jahre alt. Den Menschen geht es sichtlich besser. Die dreckige Arbeitsbekleidung ist jetzt wesentlich sauberer und gepflegter. Man hält auf sich! Die Konkurrenz ist groß. Ich weiß nicht, ob Eduard expandiert oder anderweitig investiert. Sicher, er ist kein Millionär, aber sein Gehalt ist größer als das meinige! Statt umher zu protzen fährt er einen klapprigen „Wolga“ mit Gasantrieb. Was er sonst so treibt oder früher getrieben hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Wir fahren noch ein wenig hin und her und besuchen „Freunde“. Männerfreundschaft wird hier anders interpretiert als bei uns. Untereinander hilft man sich, aber auch hier hört bei Geld die Freundschaft auf. Ja, man lebt besser unter Putin, wird mir mehrfach versichert. Als ich erzähle, dass wir tschetschenische Emigranten aufnehmen, wird die Diskussion hitzig. Angeblich erhält diese Republik der Föderation die meisten Mittel. Die Leute leben in Tschetschenien besser als hier in Ossetien. Zumindest was die staatlichen Zuschüsse betrifft entspricht das auch meinen Recherchen. Wir fahren noch hierhin und dorthin um kleinere Besorgungen zu machen. Es gibt sie, die Leute, die Investitionen tätigen können. Wie überall sind Waschanlagen derzeit in Mode, aber auch Bäckereien und Friseurgeschäfte. Der Staat fördert Neu-Unternehmer mit 5 Jahren Steuerfreiheit und mehr, bei bestimmten Bedingungen. Die Kredite sind günstig, für Wohnungen betragen sie zwischen 8und 15 Prozent. Zum Vergleich: In Armenien bekommt man auch bei bester Bonität einen Kredit erst ab 25 % aufwärts! Und überall wird mir versichert, dass es genug Arbeit gibt. Da eine Berufsausbildung unbekannt ist geht man irgendwo hin und arbeitet. Wenn man meint, dass man es besser kann, dann macht man sich selbstständig. Aber auch hier gibt es Pleiten. Mir fällt auf, dass Alkohol im normalen Straßenbild in den letzten 10 Jahren so gut wie völlig verschwunden ist. Selbstgebrannten gibt es allerorten. Selbstgebrannter heißt aber, dass man den Wein liefert und die Spirituosen-Fabrik stellt den ersten Brand her. Auch Werksverkauf gibt es. Der „Selbstgebrannte“ kostet nur 1/3, der Werksverkauf kurz über die Hälfte dessen was der Liter im Geschäft kostet. Ein Liter Wodka im Geschäft ist ab 5 Euro aufwärts zu haben. Bei Monatslöhnen von 300 bis 500 Euro für gut Verdienende ist das immer noch viel Geld.

Entspannen ist angesagt. Also verbringe ich den Nachmittag und den Abend mit Computerarbeit. Endlich kann ich in Ruhe alles wieder „auf Vordermann“ bringen. Auch beim Friseur bin ich gewesen. Mal sehen, was morgen anliegt.

28. Tag 2017

28. Tag

Warum fällt abreisen immer so schwer? Zum Glück sind es heute nur kurz unter 200 km. Die Berge schieben sich langsam zusammen und auf halber Strecke fangen die Kurven an. Relativ schnell ist man auf 600 m Höhe angelangt. Ein kleiner Regenschauer überrascht mich. Bei 28 Grad ist es kein Problem. Überhaupt ist es sehr bewölkt und damit sind die Temperaturen erträglich.

Ich bin relativ früh in Poti und suche die Höhlenstadt. Erst spät ist sie ausgeschildert. Etliche Busse stehen schon da, unter anderem ein Bus mit deutschen Gästen. Ich schließe mich der Gruppe an und merke, dass diese Art zu reisen für mich nicht optimal ist. Langwierige und sehr detaillierte Erklärungen sind mir für solch einen Überblick zu viel. Auch einige der Gäste stöhnen, dass sie nun genug Klöster und Kirchen gesehen hätten. Sie machen eine Rundreise in 10 Tagen durch Armenien und Georgien. Was die Reiseführerin leider nicht intensiv genug zu vermitteln vermag ist die Tatsache, dass diese Höhlenstadt der Stadtkern einer Stadt mit bis zu 20000 Menschen ist. Diese lebten vom 6. Jahrhundert vor der Zeitrechnung bis etwa zum ersten Jahrhundert unserer Zeit an dieser Stelle. Umfangeiche Tempelanlagen soll es hier gegeben haben, die dem Sonnengott geweiht waren. Unter dem König David, der das goldene Zeitalter Georgiens im ersten Jahrtausend begründete, wurde Tiblissi die Hauptstadt und die Bedeutung dieser Stadt nahm ab. Später zerstörten die Mongolen den Rest. Anscheinend können die Ottomanen und die Mongolen gleich gut zerstören, denn man kann kaum etwas von der damaligen Pracht erahnen.

Das empfohlene Quartier befindet sich in einer Seitenstraße von Gori und ist unschlagbar günstig. 10 Euro für ein Zimmer mit Frühstück. Nachteil: Toilette auf dem Flur. Ich habe mich gerade fein für die Stadt gemacht, das trudeln zwei Motorradfahrer aus Japan ein. Ihre Aufkleber besagen, dass sie nicht zum ersten Mal in Eurasien unterwegs sind.

Das Stalin-Museum ist die Hauptattraktion des Ortes. Es ist in 4 Abteilungen gegliedert: sein Werdegang bis zur Revolution und Integration in den inneren Zirkel, seine Zeit als Volkskommissar bis Lenins Tod, seine Zeit während des Krieges, Tod und sein 70. Geburtstag. Ich muss zugeben, dass es relativ neutral gestaltet ist. Auf seine Verbrechen wird nicht eingegangen, seine Taten werden aber auch nicht verherrlicht. Da ich kein Polnisch kann schließe ich mich einer russischen Männergruppe an. Obwohl ich nur 20% verstehe ist es ausreichend um einen Überblick zu erhalten. Die Führerin ist auch bestrebt Zusammenhänge darzustellen und erklärt nicht jedes Foto! Das hilft mir ungemein. Auch einen von den drei Reise-Eisenbahnwagen des Generalissimus besichtigen wir. Ein zweiter soll in Novosibirsk stehen und der dritte in Pavlodar (Kasachstan). Putzig finde ich, dass unter einem Extra-Tempel das Geburtshaus von Stalin steht. Er hat zwar nur 5 Jahre seiner Kindheit in diese Haus verbracht, aber es gibt schlimmere Museen zum Beispiel Uljanowsk. Den Stalin-Platz und die Stalin Avenue gibt es immer noch. Aber sein Denkmal hat man in einer nächtlichen Aktion beseitigt. Verschämt steht der Sockel noch da.

Der Stadtrundgang ist zwiespältig. Es gibt eine Touristeninformation, die auch gute Auskünfte gibt. Insbesondere das Viertel um die Burg ist sehr gut restauriert. Leider sehe ich zu wenige Menschen hier. Ich finde mehrere Cafe und Bar, aber ein richtiges Restaurant ist nicht zu finden. Was soll´s, satt wird man immer. Manchmal reicht auch ein guter Salat, um satt zu werden.

29.Tag 2017

29. Tag

Ganz so früh, wie ich es wollte, bin ich doch nicht auf den Beinen. Aber ich bleibe im Zeitplan. Unsere Gastgeberin in diesem „Guesthouse“ mag ungefähr mein Alter sein und ist überaus freundlich. Eine ihrer Töchter studiert und möchte an der Botschaft in Berlin arbeiten. Eine andere ist Medizinerin in der Hauptstadt und der jüngste Sohn hat gerade die Schule beendet. Alle haben die Schule mit der Goldmedaille abgeschlossen. Das Marketing-Konzept für ihre Herberge funktioniert jedenfalls, man ist bei booking.com vertreten und in anderen Portalen. Zu dieser Jahreszeit ist sie komplett ausgebucht. Die 5 israelischen Wanderer sind gestern spät angekommen und schlafen noch. Sie vermietet 4 Zimmer und selbst schläft sie auf dem Sofa.

Nach dem Frühstück geht es auf die Autobahn. Nach ca. 50 km biege ich nach Norden ab. Ganz allmählich verlasse ich die fruchtbare Hochebene von 500-800 m. Je weiter ich in den Kaukasus hineinfahre, desto kurvenreicher wird die Strecke. Endlich wieder Kurven! Der Nachteil: die LKW bremsen die Geschwindigkeit. Die große Heerstraße wurde erst vor ca. 200 Jahren gebaut. Davor war es eine einfache, unbefestigte Passstraße. Der höchste Punkt liegt bei ca. 2400 m und es ist empfindlich kalt geworden. Das Thermometer fällt auf 14 Grad. Spektakuläre Anblicke ergeben sich auf dieser Strecke. Nach einigen Fotostopps erreiche ich kurz nach dem Mittag die Grenze, die weit hinter dem Kamm liegt. Die Georgier geben mir nach kurzer Prüfung den Pass zurück mit der Bemerkung, dass noch eine Strafe offen sei. Sofort erkundige ich mich bei dem Beamten nach der nächsten Bank und kann problemlos die 10 Euro an der Grenze bezahlen. Auf russischer Seite fahre ich an ca. 200 wartenden Fahrzeugen vorbei. In der Wartezone bekomme ich die auszufüllenden Dokumente, aber keinen Kugelschreiber. Den hat jeder Tourist bei sich zu haben, antwortet der freundliche Grenzposten. Da ich das Fahrzeug nicht verlassen darf ist das Ausfüllen der Formulare nicht einfach. Die Passkontrolle dauert etwas länger. Liegt es daran, dass ich jedes Jahr ein neues Visum für Russland im Pass zu kleben habe oder gibt es einen Sperrvermerk für mich? Nach einigem Hin-und-Her und der peinlichen Befragung was ich in Russland möchte und wohin ich fahre lässt man mich doch passieren.

Eduard wartet unmittelbar hinter der Grenze bereits auf mich. Wir fahren zu seinen Eltern und ich soll mich erholen. Vor 8 Jahren war ich das letzte Mal hier. Geändert hat sich Nichts, die Alten leben noch im gleichen Haus am Rande der Stadt. Auch die Einrichtung ist die gleiche, wie bei alten Leuten üblich. Sie sind noch älter geworden. Auf die Frage ob sich im Kaukasus in der Vergangenheit etwas geändert hat kommt die nicht überraschende Antwort: „Arbeit gibt es genug. Gebaut wird überall. Wenn man einen Kopf hat und zwei gesunde Hände geht es einem sehr gut hier, auch im Kaukasus.“ Morgen werde ich mit ihm zur Arbeit gehen. Seine kleine Motoreninstandsetzung war damals schon ein Geheimtipp. Eduard trinkt nicht und bei der Arbeit ist er sehr genau. Dadurch genießt er ein hohes Ansehen bei den Mitarbeitern und Freunden.

27.Tag 2017

27. Tag

Mindestens 5 Stunden Anfahrt und dann den gleichen Weg zurück. Oder offroad durch die Berge. Zur Erinnerung: Offroad heißt hier im ersten Gang, untersetzt und mit gesperrtem Differential. Alles andere sind normale Straßen. Ich streike!

Gelati ist eine Klosteranlage und Weltkulturerbe. Ich verpasse den Bus und muss mir ein Taxi nehmen. Für 10 Euro werde ich in einem klapprigen Opel hin- und zurück gefahren. Das Geld tut mir nicht leid, denn der Fahrer ist etwa mein Alter und vor ca. 20 Jahren aus dem hier ansässigen Motorenwerk „freigesetzt“ worden. Der Komplex besteht aus 3 Kirchen und vielen Nebengebäuden. Eine Führung ist mir zu anstrengend, da sie mit vielen historischen Fakten gespickt ist, die ich nicht kenne. Das Kloster, in dem heute noch 5 Mönche leben, ist im 11. Jahrhundert gegründet worden. Aus der Zeit stammt die kleinere Georgs-Kirche. Zu Gelati gehörten weitere Klöster in der näheren und weiteren Umgebung und die bekannteste georgische Werkstätte für Gold- und Silberschmiedekunst. Es wurde reich. Schriften wurden gesammelt und eine Akademie gegründet. Berühmte Persönlichkeiten und bedeutende Könige des Landes ließen sich hier begraben. Eine neue, größere Kirche entstand gleich neben der Georgskirche. Im 16. Jahrhundert wurde der Bischofssitz hierher verlegt und die große Kirche erhielt die Bezeichnung „Dom“. Die Fresken in dieser Kirche sind heute in einem erstaunlich guten Zustand. Sie zeugen von der Größe des damaligen Königreiches. In vielen Reiseführern wird diese Zeit „das goldene Zeitalter“ genannt. Viele Einflüsse anderer Kulturen sind auch für einen Laien erkennbar. Ich finde byzantinische Darstellungen von Heiligen, griechische Schriftzeichen, russisch-orthodoxe Symbole und persisch-syrische Bekleidung bei den Personen. Auf dem Gelände finden Ausgrabungen statt und einige Gebäude sind eingerüstet.

Wieder im Ort angekommen möchte ich noch einige Fotos machen und benutze die Seilbahn zu einem höher gelegen Park. Die Sicht wird durch dichten Baumbewuchs versperrt. Der Park selber ist ein Vergnügungspark für Kinder. Ähnlich wie in Jerewan sind um diese Zeit aber kaum Kinder anwesend. Viele Fahrgeschäfte stehen auch wegen kleinerer Reparaturarbeiten still. Die Wege sind eben, sauber und gepflegt. Die Zikaden machen einen ohrenbetäubenden Lärm.

Ich esse noch ein wenig. Eine Bäckerei hat sich spezialisiert auf allerlei Kuchen und andere Backwaren. Überhaupt ist die georgische Küche traditionell mit allerlei Backwerk verbunden. Bohnen mit Käse in einem Fladen gebacken gehört zu einem der Nationalgerichte. Ein anderes besteht aus einem sehr leichten Weißbrotteig, in dem in der Mitte Käse und Butter schwimmen und darüber ein gebratenes Ei gegeben wird. Hühnerfleisch in Knoblauch-Sahne-Soße und das traditionelle Schaschlik sind weitere beliebte Gerichte, zu denen selbstverständlich Weißbrot gereicht wird. Das Weißbrot wird in Georgien überwiegend von Männern im traditionellen Rundofen als länglicher Fladen gebacken.  

Am frühen Abend bin ich im Hotelzimmer und schreibe und sichte Bilder für das Internet. Colchis, so kommt mir der Gedanke, Colchis und die Legende vom goldenen Fließ ist eine Erfindung. Sie sollte umschreiben, das die Griechen hier einen von der Natur begnadeten Landstrich vorfanden. Der Regen und die südliche Lage sorgen tatsächlich dafür, dass nahezu überall etwas wächst. Es geht die Legende um, dass eigentlich der Herrgott sich diesen Landstrich als Altersruhesitz auserwählt hatte.

   

Visitors Counter

165265
HeuteHeute19
GesternGestern56
Diese WocheDiese Woche477
Dieser MonatDieser Monat2544
20132013165265
US
UNITED STATES
US

This page uses the IP-to-Country Database provided by WebHosting.Info (http://www.webhosting.info), available from http://ip-to-country.webhosting.info