Jahreswechsel19-20

Jahreswechsel19-20

Hier ein Auszug aus einem meiner Berichte:

„Der heutige Bericht fällt mir schwer, denn er beschäftigt mich doch etwas. Es sind Fragen, die sich nach dem Besuch des Gottesdienstes in der Kasaner Kapelle aufdrängen. Verstehen kann man nur, wenn man nicht von Toleranz redet, sondern seinen eigenen Glauben in Frage stellt. Sehr genau muss man außerdem zwischen Glaube und Ritual trennen. Denn warum muss das eigene ICH und die eigene Sichtweise richtig sein, ohne dass man den Versuch unternommen hat, die Position des anderen einzunehmen? Könnte es eventuell sein, dass man dann erkennt, dass man Exot oder Minderheit oder Rand der gesamten Gesellschaft ist? Warum ist diese Position schlecht? Es lässt sich komfortabel damit leben, solange man seine Position nicht überbewertet und in Demut lebt oder versucht sich in den Vordergrund zu drängeln. Mit solch einer Position ist die Frömmigkeit in der Orthodoxie leicht verständlich. Mit solch einer Position sind Jahrtausende alte Rituale leichter einzuordnen als unsere „flachen“ Rituale nach der Reformation. Mit solch einer Position sind die Prachtbauten zu Ehren Gottes eher einzuordnen. Denn die „neue Bewegung“ unter den Kirche-Reformern kannte nur die Zerstörung und brachte nichts neues oder großes hervor, was nicht schon vorher (teilweise allerdings nur in Ansätzen) da war. Ich mag keine Revolutionen, sie zerstören nur und was dann rauskommt ist ein seichter Abklatsch des Vorhergehenden! Aber ohne Revolutionen geht die Entwicklung nicht weiter, manchmal leider im Zick-Zack.“

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Egon Milbrod

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