Wir verlassen Kambodscha. Welch ein Land, wie viele Erlebnisse in diesen wenigen Tagen! Ja, es hat sich gelohnt, diese Chance zu ergreifen. Zu sehen, wie ein Land in 50 Jahren seine Bevölkerung verdreifacht hat und den Wald von 70 auf 30 Prozent der Landfläche reduziert hat, macht den Blick frei für unsere lächerlichen Probleme. Auch die Versuche von „Gutmenschen“ hier zu helfen ergeben eine komplett andere Bedeutung. Keine NGO kümmert sich um höhere Bildung für alle, denn sie ist erst langfristig ökonomisch und verspricht nicht den sofortigen Profit. Und so werden die globalen Probleme größer.
Man bezeichnet uns schon als die 3 Musketiere. Keiner hat Angst, wenn mal einer eigene Wege geht oder sich für kurze Zeit verabschiedet. Also kann ich gerne mal morgens die Mönche bei der „Arbeit“ beobachten. Bis 14 Uhr sammeln die meisten von ihnen Gaben ein, die manchmal auch an den Straßenrand gestellt werden. Nach der gemeinsamen Mahlzeit im Kloster beginnt dann der Unterricht, die Meditation oder der Dienst in der Pagode bis spät in die Nacht. Der kambodschanische Buddhismus unterscheidet sich vom chinesischen oder indischen, auch wenn er genau wie die anderen aus dem Hinduismus entstanden ist.
Wir werden nach einem ruhigen Frühstück zum Flugplatz begleitet und ordnungsgemäss abgeliefert. Keine Probleme mit dem Ausreisevisa, obwohl die Warnungen des auswärtigen Amtes sehr Angsterregend sind. Mit ausgesuchter Höflichkeit und Gleichmut werden wir verabschiedet. Überhaupt: Mitgefühl, Gleichmut, Empathie und Freundlichkeit sind Grundregeln des Buddhismus.
Lebe wohl, Kambodscha!